Aktuelles  26.10.2016

Marken im Social Web unter Druck

Nicht nur, dass es Fälschungen nicht nur der Ware, sondern auch der Social Media-Auftritte gibt, sondern auch durch Fehler der Marken selbst werden diese in Social Media immer schlechter angesehen.

Facebook, Twitter, YouTube und Instagram sind zu Plattformen für Betrüger aufgestiegen. Laut der Cyber-Sicherheitsfirma Proofpoint sind 19 Prozent der Accounts, die mit den Top-Marken assoziiert werden, betrügerisch. Die IT-Experten haben von April bis Juni 2016 zehn starke Marken auf Facebook, Twitter, YouTube und Instagram untersucht. Berücksichtigt wurden BMW, Capital One, Chanel, Amazon, DirecTV, Nike, Samsung, Shell, Sony und Starbucks.

Es stellte sich heraus, dass fast ein Fünftel aller Konten den Markennamen fälschlicherweise verwenden. Von den 902 Betrugskonten, die mit den zehn Marken in Zusammenhang standen, offerierten rund 30 Prozent gefälschte Produkte und Dienstleistungen. Weitere vier Prozent wollten Nutzerinformationen abgreifen (Phishing) oder versuchten, Malware zu installieren, protestierten gegen das Unternehmen oder parodierten es.

Markenfälschung

Mit rund zwei Drittel machen die falschen Werbekonten den Hauptteil aller Betrugsseiten aus. Diese sind nur entwickelt worden, um Werbeeinnahmen zu kreieren. Solche Konten nutzen ihre falsche Markenidentität, um Besucher auf Junk-Websites zu lotsen. Diese Seiten spammen diejenigen, die sich verleiten ließen mit Werbung oder laden Adware auf deren Computer. Die am schnellsten wachsende Bedrohung im Social-Media-Bereich heute sind Phishing-Konten, deren Zahl zwischen 2015 und 2016 um 150 Prozent gestiegen ist.

'Viele unautorisierte Konten sind gefälschte Markenkonten. Sie sind nur dazu da, um die Kunden zu betrügen oder den Ruf der Marke zu beschädigen', schreiben die Experten von Proofpoint in ihrem Report. Sehr oft imitieren sie die Marke, um sich damit über das Unternehmen oder die Kunden der Marke lustig zu machen. 'Diese Protestkonten vermindern den Markenwert und kreieren eine negative oder sogar feindliche Erfahrung für die Kunden.'

Falsche Agenten

Fake-Bewertungen gehen Nutzern im Internet so stark auf die Nerven, dass rund 38 Prozent lieber auf eine Marke verzichten, wenn sie einen Betrugsverdacht haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Chartered Institute of Marketing (CIM).

'Falsche Marketing-Kommunikation in sozialen Netzwerken ist ein großes Problem', unterstreicht Chris Daly von CIM. 'Das passiert oft nicht einmal absichtlich. Wir wissen aus vorangegangenen Studien, dass 52 Prozent der Marketer wenig oder kein Verständnis von Social Media und dessen Auswirkung haben.'

So kommt es, dass ein gutes Drittel der Befragten eine Marke online meiden würde, wenn sie bemerkt, dass Inhalte oder Kommentare gefaked und nicht aufrichtig sind. Rund ein Viertel aller Befragten gab an, schon einmal eine Fake-Bewertung eines Unternehmens selbst im Internet gelesen zu haben. Das sind fast zehn Prozent mehr als noch im Jahr 2014.

16 Prozent bestätigen, dass sie schon mitbekommen haben, dass eine Marke für Reklame an User Geld gezahlt hat. Dadurch verlieren Konsumenten oft das Vertrauen in Marken, da sie erkaufte und echte Kommentare nicht mehr voneinander trennen können. Die Studie bestätigt das, denn nur 19 Prozent glauben, dass sie den Unterschied zwischen Marketing und nicht-kommerziellen Inhalten erkennen. Das ist nur noch die Hälfte des Wertes von 2014.

pte/red


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