Dauerhafte Einnahmen: Abos, Clubs und Paywalls

Das, was klassische Medien im Verkauf durch Abos schaffen, versuchen auch Dienste im Internet zu erreichen. Die Methoden sind aber höchst unterschiedlich.

Einige Beispiele, die sich insbesondere direkt für Inhalte auf der Website eignen, wollen wir hier vorstellen. Neben Paywalls und anderen Methoden, wie man User zur Kasse beten kann, haben sich insbesondere folgende Varianten mancherorts - allerdings auf bescheidenem Niveau - durchgesetzt.

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Paywalls und mehr... Zum Scheitern verurteilt scheinen Paywalls, die komplette Websites hinter einer Zahlschranke verstecken und nur gegen Einwurf barer Münze zu sehen sind. Nur große Medienmarken können hier überhaupt Chancen haben und selbst diese haben nur bescheidene Umsätze, da 'alles' auch im freien Internet zu haben ist.

'Metered' Paywalls, die zumindest einen gewissen Einblick in die kaufbare Leistung bieten, sind schon praxisnaher. So kann man mancherorts zB. 5 Artikel im Monat gratis lesen und muss dann erst bezahlen. Oder man kann Artikel, die Freunde senden, kostenlos ansehen. Damit ist die erste Hürde klein und das Interesse bereits geweckt, wenn die Zahlschranke später doch erscheint.

Und natürlich bietet sich die Variante von Premium-Inhalten an, die man kaufen muss. Die Website bleibt dabei kostenlos und offen, wird also auch in Suchmaschinen gefunden. Bestimmte Inhalte, die besonders exklusiv und wertvoll sind, werden allerdings nur für Geld angeboten.

Ganz anders hingegen sind jene Anbieter, die freiwillig Zahlungen entgegennehmen - als Spende für künftige Leistungen oder als Dank für bisherige. Die Website ist dabei auch für alle anderen User offen, Unterstützer einer Idee oder Botschaft sind mitunter aber bereit, trotzdem zu zahlen.

Natürlich gibt es auch alle Mischformen der genannten Zahlungsvarianten für Websiteinhalte. Sie werden tendenziell auch immer wichtiger, denn die Einnahmen aus Werbung werden aufgrund monopolistischer Anbieter aus Übersee und aufgrund von schmarotzenden Werbeblockern immer geringer und Alternativen sind gefragt. Die zumindest teilweise Monetarisierung ist für so manchen Online-Verleger daher ein großes, aber auch schwieriges und langwieriges Thema.


Neben eigener Programmierung und Abschottung zu bezahlender Inhalte gibt es beispielsweise folgende Lösungen im Web:

Flattr

Flattr basiert auf einem freiwilligen System, das ein monatliches Guthaben, das User aufladen, auf Seiten im Internet verteilt. Dies geschieht anhand von Flattr-Buttons, die man klicken kann - ähnlich dem Like-Button von Facebook. Erhält eine Website viele Flattr-Klicks, wird der Anteil am verteilten Guthaben eines Users größer.

flattrflattr Plus

Dazu kommt noch eine 'plus'-Variante für Micropayment, die auch ohne Klick auf Buttons Geld verteilen kann. Auch hier zählt die Freiwilligkeit der Spende für eigentlich frei verfügbare Inhalte. Leider ist das Konzept gemeinsam mit einem fragwürdigen Adblock-Hersteller entstanden und auch hinsichtlich Datenschutz problematisch.

Paypal Abos

Neben einem Spenden-Knopf, der freiwillige Zuwendungen erlaubt, kann man auch Abos via Paypal verwalten lassen. User, die derart per Paypal laufend zahlen, können mit besonderen Inhalten versorgt werden.

Paypal

Paypal verwaltet dabei nur die automatisierten Zahlungen, nicht jedoch die Gegenleistung und die zu verteilenden Inhalte. Das muss dann die Website logisch abbilden, die API von Paypal ist für Programmierer aber für Automatisierungen nutzbar.

Patreon Abonnenten

'Patrons' sind eine Art Crowdfunding-Abonnenten. Patreon erlaubt es, Patrons zu erhalten, die monatlich einen Betrag an den Betreiber eines Profils zu zahlen und dafür definierte Gegenleistungen zu erhalten - ganz analog zu Crowdfunding-Plattformen, nur auf Dauer ausgelegt. Wer Patron wird, zahlt monatlich und wird laufend mit Inhalten versorgt.

Patreon Profil einrichten

Dabei sorgt Patreon auch für die Verteilung, da die Inhalte auch über die Plattform gepostet werden können. Neben Links sind damit Texte, Bilder und Videos die Dinge, die man üblicherweise als Wert für das Abo-Geld bietet. Youtuber, Podcaster und andere, die eine starke Bindung zum Konsumenten haben, sind hier natürlich deutlich im Vorteil. Man kann sich Patreon dabei wie einen externen geschlossenen Bereich vorstellen, zu dem man sich durch laufende Zahlungen Zutritt kaufen kann.


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