'Die Krise ist ausgestanden und die Realwirtschaft hat sich - ausgenommen einiger Branchen - inzwischen weitestgehend stabilisiert.' Zu diesem Schluss kommt Fritz Mostböck, Head of Group Research der Erste Bank, im Rahmen des präsentierten Ausblicks auf die internationalen Aktienmärkte 2010. Gegenüber pressetext hat sich der Experte zuversichtlich gezeigt, dass auch CEE langfristig gesehen weiter Wachstum aufweisen wird. Die in den vergangenen Monaten oft prognostizierte Hysterie an den Märkten sei nicht eingetreten. Der österreichische Aktienindex ATX erreicht eine neutrale Bewertung.
Ihre Zuversicht auf ein alles in allem 'moderat freundliches Umfeld für 2010' legt das Institut dabei auf die sich zuletzt verbesserte Stimmung der Geschäftsklima-Indizes. Damit einher geht die Abnahme der Volatilitäten, was auf ein Verschwinden der Nervosität hindeutet. Auch sind die durchschnittlichen Handelsvolumina wieder in robuster Verfassung. Somit konnten CEE-Märkte sowie die Wiener Börse im Langfrist-Vergleich auch 2009 gegenüber den weltweiten Handelsplätzen profitieren. 'Die Panikmache sowie Fehleinschätzung von Rating-Agenturen und Nobelpreisträgern im März 2009 hat genau das Gegenteil bewirkt', erläutert Mostböck.
Aus Aktiengewinnrendite-Gesichtspunkten - versus der Rendite zehnjähriger Staatsanleihen - sehen die Analysten der Erste Group die Aktienmärkte in Europa und der Emerging Markets im Vorteil. Dementsprechend fallen die Empfehlungen für die Asset Allocation für das vierte Quartal 2009 aus. Für das neutrale Portfolio raten die Fachleute dazu, Cash über-, Anleihen unter- und Aktien neutral zu gewichten. Das internationale Aktien-Portfolio sollte Europa in den Vordergrund rücken, die USA unter- sowie die Emerging Markets leicht übergewichten. Bei aller Euphorie sollten die CEE-Länder jedoch stark differenziert betrachtet werden.
Unterschiedliche Lage im CEE-Raum
Eine Fall-zu-Fall-Analyse der einzelnen CEE-Märkte ist angebracht, denn insgesamt nimmt die gewichtete Wirtschaftsleistung den Erste-Bank-Berechnungen 2009 nach um 4,3 Prozent ab. Der Wert für die Eurozone beläuft sich dagegen auf 3,9 Prozent. Nach einer langen Phase des Wachstums wird immenser Konsolidierungsbedarf deutlich, der auf eine schwächere Nachfrage und damit einhergehend geringere Exportraten zurückzuführen ist. Für das nächste Jahr sieht Mostböck wieder ein reales BIP-Wachstum für 'CEE8' von 1,6 Prozent (Eurozone: 0,7 Prozent). Für 2011 werden schon 3,1 Prozent (Eurozone: 1,4 Prozent) in Aussicht gestellt.
Das Umfeld für 2010 wird mit vorerst niedrigen Zinsen und einer aus Mangel an Alternativen allgemein gestiegenen Risikobereitschaft charakterisiert. In Summe wird eine Erholung für 2010 prognostiziert, die in eine leicht zweistellige Performance münden sollte.