Allmedia-Studie war die MA schon länger nicht mehr. Als sehr printlastig und ohne neue Medien auf der einen Seite und im Printbereich selbst ohne die Gratismedien war die MA in der Kritik in Österreich. Dieser Kritik will man sich nun den neuen Plänen nach, die heute beim FMP vorgestellt wurden, stellen.
So soll der Printbereich in eine eigene Studie ausgegliedert werden - die neue Printanalyse steht dann gleichwertig neben beliebigen weiteren Studien, die rund um eine Kernstudie in einem 'Media Server' fusioniert werden. Das stellt den Printbereich zwar einerseits als 'nur' noch gleichberechtigt neben die anderen Mediengattungen, nimmt ihm aber die 'Last' der Einflussnahme von Agenturen und anderen Medien. Insbesondere die stärker werdenden Forderungen nach neuen Daten durch die Agenturen kann damit nicht mehr so leicht umgesetzt werden - der Printsektor hat schon den Status Quo der Reichweitenmessung als sein fortzschreibendes Ideal bekanntgegeben.
Spannend sind aber die neuen Möglichkeiten anderer Mediengattungen, gleichwertig in die Studie fusioniert zu werden. Das öffnet etwa der ÖWA+ die Möglichkeit, Daten einzuliefern und gemeinsam mit der MA auszuweisen. Auch das Rückspielen von der in der MA erhobenen Informationen in die ÖWA könnte möglich werden. Sinn würde die Integration machen, wenn die ÖWA einen nennenswerten Anteil der Onlinemedien abdecken kann, um den Mediaplanern über die MA dann auch die Berechnung intermedialer Leistungswerte von Crossmediakampagnen zu ermöglichen.
Auch die Medien selbst spitzen auf die gemeinsame Reichweite im gesamten hauseigenen Angebot. In Zeiten schwindender Leserzahlen freut man sich über neu dazugezählte Userzahlen sicher. Doch so schnell wird das nicht passieren, denn die MA ist mit den Planungen erst ganz am Anfang. Einerseits, weil Pionierarbeit bei der Umsetzung erforderlich ist, andererseits gibt es noch einige wesentliche Stufen zu erklimmen. Die Finanzierung ist etwa zwar zugesagt, aber nicht fixiert. Harte Verhandlungen sind hier genauso zu erwarten wie bei der Bewertung der einzelnen Medien und Kontaktchancen durch die Mediengattungen. Wenn es um die Bewertung einer Werbeleistung durch die Mediengattungen im Zusammenspiel geht und damit der Wert der einzelnen Kanäle im Crossmedia-Einsatz fixiert werden soll, dann sind Konflikte vorprogrammiert.
Zeitlich ist ohnehin so schnell keine Lösung zu haben. Die MA erscheint nur jährlich und selbst bei sofortiger Einigung und Umsetzung könnte man erst 2010 die Feldarbeit für die Veröffentlichung 2011 durchführen. So weit ist man aber noch lange nicht. Das heute Präsenierte dürfte daher eher ein interessanter Ausblick auf eine noch fernere Zukunft sein.